Pädagogisches Qualitätsmanagement
Schule ist lebendig, dynamisch, baut auf Tradition und sucht nach Veränderung. Etwas verändern zu wollen bedeutet, etwas verbessern zu wollen. Ideen gibt es viele, bei unseren Schülern und Eltern wie im Kollegium, in den Kultusministerien der Länder ebenso wie in der einschlägigen Literatur.
Schule muss sich Ziele setzen, nach vorne schauen, nicht nur „am Ball bleiben“, sondern ihm voraus sein – schon unsere Fünftklässler wollen wir auf den Erfolg in einem Studium vorbereiten, das sie erst in sechs oder sieben Jahren beginnen. Und wir wollen sie fit machen für eine Lebens- und Arbeitswelt, die auch wir heute nur in Szenarien erschließen können. Mit diesem Thema befassen sich schulinterne Arbeitsgruppen, die ein Schulprofil und ein darauf aufbauendes dynamisches Schulprogramm entwickeln. Unsere Schüler bereiten wir auf deutsche wie brasilianische Hochschulzugangsberechtigungen gleichermaßen gut vor.
Pädagogisches Qualitätsmanagement (PQM) ist der Versuch, den Zielerreichungsgrad der getroffenen Maßnahmen zeitnah intern wie extern zu evaluieren. Unsere Partner sind seis+, ein von Wissenschaftlern der Bertelsmannstiftung eigens für Schulen entwickeltes Datenerhebungs- und Interpretationssystem, und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Köln, die in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz allgemeingültige Standards setzt und diese wie auch die Erreichung der schulintern gesetzten Ziele überprüft.
Praktisch sieht das so aus: Auf der Basis einer ersten Datenerhebung bei Eltern, Schülern und Lehrern mit seis+ im Juni 2008 haben wir ein Stärken-Schwächenprofil erstellen lassen. Ohne uns durch dessen positives Ergebnis „verunsichern“ zu lassen, haben wir in einigen Bereichen weitergesteckte Ziele gesetzt. In welchem Maße diese Ziele sinnvoll waren und auch erreicht wurden, wird in einem zweiten Schritt im Oktober 2009 durch ein Team von Spezialisten aus Deutschland, Peru und Brasilien analysiert, die drei Tage lang zu Gast an der Schule sein werden und Unterrichtsgestaltung ebenso wie Verwaltungsabläufe durchleuchten werden. Der Erfolg von auf diesem Ergebnis basierenden eventuellen Veränderungen in der Schwerpunktsetzung wird dann 2010 durch eine Fokusevaluation (fokussierend auf die kritisierten Aspekte) evaluiert, und wiederum erforderliche Kurskorrekturen werden eingeleitet. 2011 folgt dann die sogenannte Bund-Länder-Inspektion: Eine Woche lang werden sich Vertreter der Schulaufsicht des Bundes und der Länder ganz genau den deutschen B-Zug der Porto Seguro ansehen und ihre Schlussfolgerungen in Form eines umfassenden Berichtes abgeben.
In den vergangenen anderthalb Jahren hat der B-Zug bewiesen, dass er trotz – oder gerade wegen 130 Jahren Tradition gewaltige Sprünge machen kann. Es gab eine Reihe von kleinen bis großen Veränderungen, die den Schullalltag prägen. Das verdanken wir einer engagierten Schülerschaft und einem kompetenten Kollegium.